2010-06-22 10:30 von Jörg Grünbeck
Mike und Tobias waren beide am Start für die Marathondistanz mit 77 km und 2000 hm. Geblendet von dem „schönen“ Wetter in Kirchzarten mit immerhin ca. 13°C, entschieden sich beide für kurze Hosen (aber ungeölten Beinen) und einem dünnen Unterhemd. Zudem vertraute Tobias auf kurze Handschuhe und Mike ließ sogar die Armlinge in der Sporttsche. - Dies sollte sich im Nachhinein als kapitaler Fehler herausstellen. In den Bergen herrschten Temperaturen von teilweise nur 3°C und Nebel reduzierte die Sicht stellenweise auf 20 m. Die Strecke, die bekannt für ihre sehr langen High-Speed-Abfahrten ist, forderte aufgrund dieser Fehlentscheidung ihren Tribut: Auskühlen bis zum nächsten Anstieg. Fast der gesamte Körper war im Ziel folglich taub vor Kälte. Nun aber vom „Frühsommerwetter 2010“ zum eigentlich spannenden, dem Rennverlauf unserer beiden Protagonisten: Nach dem Start aus der ersten Reihe konnten beide als Dritter bzw. Vierter bis zum Anstieg nach 5 km mithalten. Dabei hatte Mike, der schon ein paar Mal das Rennen bestritten hatte, noch Gelegenheit Tobias einige Tipps zu geben. Am Berg zog sich das Feld aber schnell auseinander und die beiden wurden getrennt. Alles in allem, war es trotz der widrigen Umstände ein gutes Rennen das die beiden gezeigt haben:
Tobias erwischte nach dem 800 Höhenmeter-Anstieg eine gute Gruppe, die auch bis Kilometer 45 Bestand hatte. An den nächsten beiden Bergen mit jeweils 300 Höhenmetern hielt er seine Position im Rennklassement. Mike erging es in der Zwischenzeit nicht so gut, die Kälte machte ihm schwer zu schaffen und seine Beine „waren wie Blei“. Bei Kilometer 45 ging es ihm etwas besser und er konnte das Tempo etwas verschärfen. Als es auf den letzten Berg, nach schon 70 gefahrenen Kilometern, zuging, bekam Tobias indes Krämpfe, gleiches Schicksal ereilte auch Mike an diesem Anstieg. Mit Schrecken dachte Tobias an seine Platzierungsmöglichkeit und nutze die anschließende High-Speed-Abfahrt ins Ziel, um sich für die letzten flachen Meter und einen Schlusssprint zu regenerieren. So biss er sich in gewohnter Art und Weise die letzten 1000 Meter durch und erreichte völlig erschöpft und durchgefroren als erster Teamfahrer das Ziel nach 3:27 h.
Zirka 9 Minuten später kam Mike völlig erschöpft ins Ziel, bis zum Ende hatte er mit seinen Krämpfen zu kämpfen.
Mike erreichte immerhin noch den 34. Platz in seiner sehr stark besetzten AK! Herausragend zudem das Ergebnis von Tobias, er wurde 3. in seiner AK (Schnitt: 22 km/h) und Gesamt 42. von fast 2000 Startern und dies bei seinem ersten Auftritt als Langstreckenfahrer!
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