2010-05-31 17:30 von Jörg Grünbeck
Toppplatzierungen und Podestplätze ein! Eine kurze Streckenbesichtigung offenbarte jedoch schnell die schwierigen Streckenverhältnisse und man wusste genau, sollte es noch weiteren Regen geben, dann wird es eine richtige Schlammschlacht und so kam es dann auch… Starke Regenfälle in der Nacht verschärften die ohnehin schon schwierigen Streckenverhältnisse enorm. Richtig gespannt war man von Seiten des Teams auf den teaminternen Verlauf des Rennens; war es doch das erste Mal, dass vier Mann vom gleichen Team, zeitgleich auf die gleiche Strecke gingen, und so hieß es für Tobias, Mike, Marc und Jörg pünktlich um 10.30 Uhr Start frei für die mit 55 Kilometer und 1.400 Höhenmeter lange Schleife. Mit dem Startschuss setzte sich Marc direkt in die Spitzengruppe des knapp 500 Starter umfassenden Teilnehmerfeldes. Bereits nach wenigen Kilometern gelang es ihm, sich in einer etwa zehn Mann starken Gruppe von den Verfolgern abzusetzen. Es bildete sich eine Verfolgergruppe, in der auch die drei anderen Teammitglieder waren. Diese Gruppe wurde jedoch kurze Zeit später „gesprengt“ und es entstanden mehrere kleinere Grüppchen. Auf der ersten langen technischen Abfahrt gelang es Jörg, sich von einigen Verfolgern abzusetzen und ließ hier auch Tobias und Mike hinter sich. Wie Jörg, hatte auch Mike erheblich mit „schweren Beinen“ zu kämpfen. Auf dem Leinpfad Richtung Saarhölzbach tauchte plötzlich Marc in Jörgs Blickfeld auf: Marc rannte mit Plattfuß schiebend gen Saarhölzbach. Jörg warf Marc Luftpumpe und Ersatzschlauch zu und versuchte sich weiterhin nach vorne durchzubeißen. Nach wenigen 100 Meter kam ihm auch schon rennend Teambetreuer Jörg 2 entgegen, der für Marc ein Ersatzlaufrad dabei hatte, denn in Saarhölzbach stand die gesamte Teambetreuung bereit. Am folgenden steilen Asphaltanstieg schloss Tobias nochmals zu Jörg auf. Tobias wollte erneut sein Tempo verschärfen, Jörg konnte jedoch nicht mitgehen und fuhr weiter seinen „Tritt“, Tobias kam aber auch nicht so richtig weg und so blieben die beiden über eine längere Zeit zusammen. Ein paar Kilometer später, am langen Anstieg zum Vogelsfelsen, kam dann plötzlich Marc von hinten „angeflogen“ und setzte sich weiter von Tobias und Jörg ab. Etwa 300 Höhenmeter später fuhren die Beiden wieder auf Marc auf, der in seiner rasanten Aufholjagd wohl den langen Anstieg unterschätzt hatte. Nun waren drei der vier Teamfahrer wieder vereint. Es dauerte nicht lange und kurz vor der Streckenzusammenführung der Mittel- und Kurzstrecke tauchte plötzlich Mike von hinten auf und nur wenige Meter später Jonas, der eine ¾ Stunde später gestartet war. Jonas hatte sich wacker geschlagen und belegte zu diesem Zeitpunkt einen hervorragenden Platz im vorderen Bereich des Teilnehmerfeldes. Die Begegnung dauerte nicht lange und so zogen Marc, Tobias und Jörg nach ein paar aufbauenden Worten weiter. Marc fand wieder seinen Rhythmus und konnte sich erneut von Tobias und Jörg absetzen. Kaum war Marc davon, gesellte sich Mike wieder in die kleine Gruppe (zwischenzeitlich ging es ihm wieder besser und er hatte endlich seinen Tritt gefunden). Die Anwesenheit von Mike dauerte nicht allzu lange und er schaffte es, sich in den technischen Passagen abzusetzen, während die anderen beiden auf den handbreiten Pfaden von Fahrern der Kurzstrecke aufgehalten wurden. Plötzlich kam auch wieder Marc ins Blickfeld, der am Rande einer technischen Sektion stand - ein Kurstreckenfahrer hatte ihn zum Absprung vom Rad gezwungen wobei sich Marc heftige Krämpfe eingehandelt hatte. Total genervt vom Rennverlauf begrub er darauf völlig seine Ambitionen und fuhr mit reduziertem Tempo das Rennen zu Ende. Nach der zweiten Teamverpflegung in Mettlach, Tobias und Jörg waren immer noch zusammen, stand nun der legendäre fast 300 Höhenmeter umfassende Schlussanstieg nach Orscholz auf dem Programm. An der berühmt berüchtigten steilen Auffahrt hinter der Mettlacher Schleuse, war an fahren nicht mehr zu denken, so schlammig und weich war der Boden. Die nachfolgend steilen Rampen bei Keuchingen sorgten für Krämpfe bei Tobias und Jörg, wobei letzterer sie schneller wieder los bekam. Mit dem Ziel vor Augen erhöhte Jörg, so gut es eben ging, sein Tempo und machte nochmals einige Plätze gut. Plötzlich war Jonas, aufgrund der anderen Streckenführung, vor ihm und Jörg versuchte ihn für die letzten 150 Höhenmeter zu motivieren. Schlussendlich erreichte Mike nach einer Fahrtzeit von 2:34:02 als erster des Teams und als Gesamt 18. das Ziel am Atrium in Orscholz. Damit belegt er einen hervorragenden 5. Platz in der Elite-Klasse! Jörg kam mit 35 Sekunden Rückstand ins Ziel und wurde Gesamt 19. Mit dieser Zeit kam er auf den 2. Platz in seiner AK. Eine Minute später fuhr Tobias über die Ziellinie und erreichte als Gesamt 21. den 3. Platz in seiner AK. Knappe acht Minuten später kam auch der vierte des Teams, Marc, heil ins Ziel und wurde immer noch 4. in seiner AK. Jonas wurde 6. im Bereich der Nachwuchs-Wertung und erster seines Jahrganges bei diesem äußerst schweren Rennen. Trotz der vielen Pleiten, Pech und Pannen hat das gesamte Team das schwere Rennen ohne Stürze und mit beachtlichen Ergebnissen gut überstanden. Das Augenmerk liegt jetzt auf dem nächsten Highlight, dem Bundesligarennen in Albstadt, am 12 & 13. Juni.
Bereits freitags reisten Jonas, Tobias und Jörg nach Orscholz, um den Teamstand in Ruhe aufbauen zu können. Samstags genoss man noch bis Mittag relaxt den letzten Sonnenschein für dieses Wochenende.
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